Karin Wolff:
Wie alles anfing

Inspiriert von dem Kreuz am Fluß, dem "Donau-Kreuz" des Altabtes Emmanuel Jungclaussen von der Abtei Niederaltaich entstand im Jahre 2000 meine Idee, ein ähnliches Kreuz an unserem Ufer, am Zusammenfluß von Oder und Neisse bei Ratzdorf, zu errichten. Zwischen diesen beiden Flüssen liegt eine idyllische Landzunge in einem polnischen Landschaftsschutzgebiet, das zu dem Dorf Kosarzyn (früher Kuschon) im Landkreis Klosno (früher Crossen) gehört. Bei gegenseitigen Besuchen und Gesprächen mit staatlichen und kirchlichen Stellen, sowie den Anwohnern wurden schnell gemeinsame Interessen wahrgenommen, zumal die Zustimmung des polnischen Bischofs bereits übermittelt wurde. Sobald auch die Genehmigung des zuständigen Wasserwirtschaftsamtes in Wroclaw (früher Breslau) vorliegt, soll mit der Herstellung von Fundament und Holzkreuz begonnen werden.

Auch soll im 6. Jahr nach der Oderflut, die ja beide Länder so hart getroffen hat, unser Kreuz zum Gedenken an dieses Ereignis aufgestellt werden. Es soll länderübergreifend die Menschen zusammenführen und mahnen, es soll ein Symbol des Friedens und der Versöhnung sein im ökumenischen Sinne. Hier sollen sich - wie an der Donau und inzwischen auch an der Elbe - Menschen aller Weltanschauungen zum Nachdenken über das Bewahren unserer Natur zusammenfinden und zur Verbundenheit und Verständigung der beiderseitigen Länder beitragen.

Und es soll ein Bogen gespannt werden von unseren hiesigen Ufern hin zum Elbufer, wo unterhalb des Magdeburgers Domes ein ähnliches Vorhaben anzutreffen ist wie die Begegnung am "Donau-Kreuz". In diesen Bogen soll auch einbezogen werden das "Schlüsselkreuz" in der Uckermark bei Greiffenberg - das gleiche steht in dem polnischen Ort Chojna (früher Königsberg/Neumark) - und von dort aus als symbolische Brücke über die Oder die Verbindung zum "Oder-Neisse-Kreuz" in Kosarzyn und Ratzdorf herstellen. Wir wünschen uns, daß unser noch kleiner Aktionskreis sich bald erweitert und viele engagierte Mitmenschen unsere Ideen mitgestalten. Als Schirmherrn wünschen wir uns den Begründer des "Donau-Kreuzes", den Altabt Emmanuel Jungclaussen. Er hat zugesagt, unser "Oder-Neisse-Kreuz" einzuweihen, so Gott will.

Neuzelle, 24.6.2002

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